bAV ist Betriebswirtschaft - nicht Versicherungswirtschaft

15.07.2020



Dipl.-Betriebswirt Heinz Weber, Altötting


Wenn heute über betriebliche Altersversorgung (bAV) geschrieben oder berichtet wird, stehen ausschließlich versicherungsbasierte (externe) Durchführungswege (Direktversicherung oder Pensionskassen) im Vordergrund. Damit wird den Unternehmen systematisch der wichtigste Sauerstoff, nämlich die Liquidität unwiederbringlich entzogen. Hiervon profitieren wiederum die Banken, die die entstandene Finanzierungslücke mit Krediten überbrücken und damit die Unternehmen verschulden. Die sog. Corona-Krise deckt diese verhängnisvolle Entwicklung gerade für kleine Familienunternehmen dramatisch auf.

Betriebsinterne, über Jahrhunderte bewährte Durchführungswege, die die Finanzierungskraft der Unternehmen von innen heraus stärken sowie die Mitarbeiter motivieren, werden seit Jahren von der Mainstream-  und leider auch von der Fachpresse verschwiegen. Der Einfluss der Finanzkonzerne macht sich hier sehr negativ bemerkbar.

Lange bevor die Versicherungswirtschaft in der Hochzinsphase Marktanteile in der bAV gewonnen hat, war die bAV ausschließlich ein betriebswirtschaftliches Finanzierungsinstrument, mit dem man Mitarbeiter in Form einer arbeitgeberfinanzierten Altersversorgung liquiditätsschonend vergütet hat. Gleichzeitig hat man durch Steuervorteile, die sich aus den Versorgungsversprechen und durch die spätere (aufgeschobene) Vergütung ergeben, Innenfinanzierung betrieben und Wachstum aus eigener Kraft ermöglicht.

Die hohe Flexibilität schafft hier reichlich Möglichkeiten für maßgeschneiderte Lösungen, egal ob man Betriebszugehörigkeiten, Eigenbeiträge oder Funktionen belohnen möchte. Die in letzter Zeit verstärkte Arbeitnehmerfinanzierung (Entgeltumwandlung) hat  arbeitgeberfinanzierte Versorgungswerke, auch bekannt als "die gute alte, echte Betriebsrente" nicht abgelöst. Im Gegenteil. Bei richtiger Aufklärung ist sie die Regel.

Mit dieser innerbetrieblichen Nutzung der bAV verbleiben die angesammelten Mitteln im Unternehmen für eigene Anlageentscheidungen (Investionen, Tilgung von Bankkrediten, u.a.m.). Es handelt sich um eine qualitativ hochwertige Vergütungsform, die eine außerordentlich hohe Nachhaltigkeit aufweist. Sie trägt dazu bei, die Kapitalausstattung der Unternehmen und damit ihre Investitions- und Wachstumsmöglichkeiten zu verbessern und schafft so die Voraussetzungen für die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit. Im Vergleich zu einem Unternehmen ohne intern finanzierte bAV verfügen diese Unternehmen ceteris paribus über eine stärkere Kapitalbasis.

Fazit: Für betriebswirtschaftlich geführte Unternehmen ist die versicherungsbasierte (externe) bAV kein Thema.
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